Menu Content/Inhalt
Home arrow Themen arrow Schul- und Bildungspolitik arrow Beamte sollen erst mit 68 in Pension
Beamte sollen erst mit 68 in Pension PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 21 April 2010

Der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen fordert radikale und rasche Änderungen bei der deutschen Beamtenversorgung. Sonst rollt auf die Bundesländer eine neue Kostenwelle zu, warnt der Experte in der "Wirtschaftswoche"

Beamte sollen bis 68 arbeiten - und weniger Pension bekommen

Der Finanzwissenschaftler will Beamte länger arbeiten lassen - bis zum 68. Lebensjahr. Zusätzlich müsse der Staat ihre Pensionen kürzen. Durch diese Maßnahmen könnten zukünftige Kostensteigerungen eingedämmt werden. Momentan wird zum Beispiel in Baden-Württemberg die Pensionsgrenze für Beamte schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Die Umsetzung beginnt im Jahr 2010 und soll 2029 abgeschlossen sein.


"Mindestens doppelt so hohe Kosten für Pensionen"

Bereits jetzt geben die Länder im Schnitt rund neun Prozent ihrer jährlichen Steuereinnahmen für die pensionierten Beamten aus. "In Zukunft wird sich dieser Wert mindestens verdoppeln, wenn nicht sogar auf bis zu 24 Prozent verdreifachen", sagte Raffelhüschen dem Magazin.

Beamte leben länger

Dafür sorgen laut Raffelhüschen zwei demographische Effekte: In den 60er Jahren habe es eine Einstellungswelle bei den Staatsbediensteten gegeben, deshalb gingen viele Beamte um 2020 in Pension. Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Problem: "Beamte leben länger", so der Experte. Dieser doppelte Alterungseffekt rechtfertigt laut Raffelhüschen die Anhebung des Renteneintritts auf 68. Nur so werde eine Wirkung erzielt, die der schrittweisen Erhöhung des Eintrittsalters auf 67 bei der gesetzlichen Versicherung entspreche.

Vor allem Bundesländer von Kosten betroffen

Ohne Reformen sieht der Finanzwissenschaftler schwarz für die staatlichen Kassen. Vor allem die Bundesländer verlören ihre finanzielle Handlungsfähigkeit: "Das Geld, das wir für ehemalige Beamte ausgeben, kann nicht für Bildung, Infrastruktur oder für andere Landesaufgaben ausgegeben werden."

Immer mehr Pensionäre bei den Bundesländern

Bereits im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Pensionärinnen und Pensionäre des öffentlichen Dienstes um 44.500 Personen oder 3,3 Prozent an. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) gab es insgesamt 701.000 Pensionäre. Der stärkste Zuwachs entfiel - wie schon in den vergangenen Jahren - auf die Länder, mit einer Steigerung um 3,8 Prozent auf 504.000 Personen.

Quelle: t-online.de 18.04.10
 
V
L
W
N