| Beratungslehrer entlasten |
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| Mittwoch, 03 März 2010 | |
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„Beratungslehrer entlasten“ - Verband beklagt mangelnde Unterstützung - VON SASKIA DÖHNER
Hannover. Realschüler,
die die 10. Klasse auf dem Gymnasium wiederholen müssen und sich
minderwertig fühlen, weil sie vermeintlich weniger wissen als andere
nach zehn Jahren, gestresste Gymnasiasten, Jugendliche, die in riesigen
Berufsschulzentren die Orientierung verlieren, überforderte junge
Grundschulpädagogen – Aufgaben gibt es für die rund 1500
Beratungslehrer landesweit genug. Doch ihnen fehlt die Zeit. Denn für
ihre Arbeit werden sie gerade einmal drei Stunden pro Woche von ihrer
Unterrichtspflicht entlastet.
Bis 2004 waren es noch fünf Stunden. Eine
weitere Kürzung um eine Stunde, wie sie Kultusministerin Elisabeth
Heister- Neumann (CDU) ursprünglich angestrebt hatte, konnte im
vergangenen Frühjahr gerade noch verhindert werden. „Grund dafür waren
wohl weniger unsere Proteste als vielmehr der Amoklauf von Winnenden“,
sagte der neue Vorsitzende des Verbandes der Beratungslehrer, Jörg
Lagemann, gestern bei einer Tagung in Hannover. „Die Misere ist riesig,
und die Landesregierung zeigt wenig Neigung, sich darum zu kümmern.“
Dabei sitzen in jeder Klasse nach Expertenschätzungen sechs Kinder mit
psychosozialen Auffälligkeiten. Derzeit gibt es an knapp 40 Prozent der
Schulen Beratungslehrer, die zwei Jahre lang von Schulpsychologen
ausgebildet worden sind. Eigentlich sollte es für 500 Schüler jeweils
einen Berater geben. Da Niedersachsen aber nur 38 Psychologen
beschäftigt, so wenige wie kein anderes Bundesland, würden viel zu
wenig Beratungslehrer ausgebildet, kritisierte Lagemann,
Gymnasiallehrer in Oldenburg. Seine Hauptforderung: Verdoppelung der
Ausbildungszahlen und wieder fünf Entlastungsstunden. Seine Klagen
stießen bei den Schulpolitikern auf Verständnis. „Wir müssen die
Kapazitäten bei Sozialarbeitern, Psychologen und Beratungslehrern
erweitern“, sagte Karl-Ludwig von Danwitz (CDU). Ina Korter (Grüne) und
Frauke Heiligenstadt (SPD) plädierten für einen entsprechenden
fraktionsübergreifenden Antrag.
HAZ 02.03.2010
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