| Bildungsforscher: „Deutschland braucht Schule 2.0“ |
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| Freitag, 08 Januar 2010 | |
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Bildungsforscher
und Pisa-Koordinator Andreas Schleicher fordert die Modernisierung des
Schulsystems und die Abschaffung des Sitzenbleibens. Die Ehrenrunde
löse nicht die Lernprobleme der Schüler, sondern stigmatisiere sie nur.
Kinder sollen zukunftsfähig gemacht werden
Lob für Bologna-Reform
Das Sitzenbleiben löst nicht die schulischen Probleme der Schüler
„Die
Ehrenrunde ist nicht nur teuer, sondern auch ineffizient“, sagte
Schleicher. Deutschland brauche die „Schule 2.0“ anstelle des
derzeitigen Schulsystems, das im 19. Jahrhundert konzipiert worden sei.
Sitzenbleiben bringe dem Schüler keinen Leistungsgewinn, sondern
verschiebe in der Regel die Probleme nur um ein Jahr und stigmatisiere
die Betroffenen, sagte Schleicher. Das Sitzenbleiben abzuschaffen, was
in den meisten Bildungssystemen in den OECD-Staaten ja bereits gemacht
wurde, könne allerdings nur ein erster Schritt sein.
Die
entscheidende Herausforderung sei es, Schüler mit Lernschwierigkeiten
so zu fördern, dass die Probleme gar nicht erst unüberwindbar würden.
Dafür müsse die Unterrichtsplanung auf die individuellen Anforderungen
der Schüler ausgerichtet werden.
Kinder sollen zukunftsfähig gemacht werden
„Über
organisatorische Fragen hinaus, über die wir uns sicher noch lange
streiten können, bleibt es aber am wichtigsten, sich Gedanken über die
Schule 2.0 zu machen, die Kinder heute zukunftsfähig machen kann“,
forderte Schleicher: „Eine Schule, die Schülern hilft, sich in einer
sich immer schneller verändernden Welt zurechtzufinden; auf Berufe
vorbereitet, die wir heute noch nicht kennen; Technologien zu nutzen,
die erst morgen erfunden werden; strategische Herausforderungen zu
bewältigen, von denen wir heute noch nicht wissen, dass es sie gibt.“
Lob für Bologna-Reform
Schleicher
verteidigte zugleich die umstrittenen Hochschul-Reformen.
„Grundsätzlich schafft die Bologna-Reform Anschlussfähigkeit und
fördert Mobilität. Darüber hinaus schafft sie mehr Transparenz auch
eine bessere Basis für mehr Wettbewerb unter den Bildungsanbietern –
zumindest in der Theorie.“ Doch müsse sie auch entsprechend umgesetzt
werden.
Der
Leiter der OECD-Abteilung Bildungsindikatoren kündigte eine Pisa-Studie
für die Hochschulen an. „Bereits im nächsten Jahr werden wir mit der
Umsetzung einer Machbarkeitsstudie beginnen“, sagte Schleicher.
mb/DAPD |




